Am 22. Februar 2026 wurde am Geschwister-Scholl-Platz in Dorsten eine neue Stele eingeweiht, die an die Widerstandsgruppe „Weiße Rose“ erinnert. Das Einweihungsdatum wurde bewusst gewählt, da es an die Hinrichtung von Hans und Sophie Scholl am 22. Februar 1943 erinnert.

Die Stele wurde von der Künstlerin Tisa von der Schulenburg geschaffen, die unter dem Ordensnamen Schwester Paula bekannt war. Ursprünglich stand das Kunstwerk an der Geschwister-Scholl-Schule und wurde nun an einen zentralen Ort in der Dorstener Altstadt versetzt, um eine breitere Öffentlichkeit zu erreichen.

Die Stele symbolisiert ein Zeichen gegen das Vergessen und erinnert an Zivilcourage sowie den Widerstand gegen das NS-Regime. Durch die Verlagerung vom schulischen Umfeld in den öffentlichen Raum wird die gesellschaftliche Bedeutung des Kunstwerks und des Geschwister-Scholl-Platzes hervorgehoben. Die Künstlerin Tisa von der Schulenburg (1950–2001) lebte im Ursulinenkonvent Dorsten, war Ehrenbürgerin der Stadt, Künstlerin und Zeitzeugin. Ihr Werk ist geprägt von Haltung, Spiritualität und gesellschaftlicher Verantwortung.
Die Feierstunde zur Einweihung wurde musikalisch vom Duo Corretto begleitet und von Lambert Lütkenhorst von der Tisa-Stiftung moderiert. Die Hauptrede hielt Hermann Vinke zum Thema „Herausforderungen an die Gegenwart“. Grußworte sprachen Bürgermeister Tobias Stockhoff und Sr. Benedicta Kimmeyer. Anschließend erfolgte die offizielle Einweihung der Stele.

Als Rahmenprogramm wurde ein Altstadtrundgang mit der Gästeführerin Petra Eißing angeboten, der die Verbindung zwischen dem Kunstwerk, dem Stadtbild und der Biografie der Künstlerin herstellte. Die zentrale Botschaft der Veranstaltung lautet: Erinnerung verpflichtet. Sie stellt die Frage nach der persönlichen Verantwortung bei gesellschaftlichem Unrecht und setzt ein dauerhaft sichtbares Zeichen für Demokratie und Zivilcourage in Dorsten.


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